Auftakt zur LinuxCon und ContainerCon 2016 in Berlin

Mit der 9-Uhr-Keynote eröffnete Jim Zemlin, Vorstand der Linux
Foundation, am heutigen Dienstag die parallel statt findenden
Veranstaltungen LinuxCon und DockerCon Europe. Die Conventions bieten
an drei Tagen Vorträgen von Firmen und Communities zu den
verschiedensten Bereichen. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten zählen
Linux und Open Source im Allgemeinen, der Kernel, Container-Lösungen,
Cloud, Software Defined Storage und Netzwerke. Zudem gibt es einige
Vorträge zu den Themen Communities und Dokumentation.

In seiner Keynote gratulierte Jim Zemlin Linux zum 25-jährigen
Bestehen und ging auf die Erfolgsgeschichte des quelloffenen
Betriebssystems ein. In vielen Orten auf der Welt würden Menschen
zusammen arbeiten, um nicht nur das eigene Produkt, sondern nur das
Prinzip von freier Software auch andere Software-Komponenten zu
verbessern. [Derzeit fließen täglich rund 10800 Zeilen Code in den
Kernel, etwa 5300 werden entfernt und ca. 1875 werden modifiziert.}

Auch Unternehmen können sich dem Open-Source-Trend nicht entziehen:
Heute sei es üblich, dass selbst Giganten wie Apple Teile der eigenen
Produkte auf Code aufbauen, der außerhalb des Konzerns geschrieben
wurde. Wenn dieser Code aus Drittquellen nicht den eigenen
Anforderungen entspricht, würden Firmen eigene Features und
Verbesserungen einfließen lassen, was wiederum eine Verbesserung für
die eingebundenen Open-Source-Projekte bedeutet. Jim Zemlin spricht in
diesem Kontext von “symbiotischen Beziehungen”, die
Open-Source-Projekte und Unternehmen pflegen.

Die Core Infrastructure Initiative, die von der Linux Foundation im
Jahr 2014 ins Leben gerufen hatte, sorge zudem für ein höheres Maß an
Sicherheit. Wenn Unternehmen an kritischen Stellen Open-Source-Code
verwenden, müsse sicher gestellt sein, dass Standards eingehalten
werden. Die Core Infrastructure Initiative soll durch Investitionen
für mehr Sicherheit sorgen. Es sei wichtig, dass kritische Projekte –
wie beispielsweise OpenSSL oder NTP – die notwendigen Mittel zur
Verfügung gestellt bekommen. Viel wichtiger als Nachbesserungen sei
jedoch der Umstand, dass neue Komponenten in jedem Open-Source-Projekt
von Anfang an mit sicherem Code ausgestattet und dieser auf mögliche
Schwachstellen getestet werden.