LinuxCon und CloudOpen Europe 2014 – Jim Zemlin sieht Wandel in Software-Welt

Düsseldorf – In der Eröffnungsrede zur Linux- und CloudCon in
Düsseldorf betont der Executive Directory Jim Zemlin erneut die Rolle
von Open-Source-Software, die sie in Software-Welt einnimmt. Während
Unternehmen noch vor wenigen Jahren den Großteil ihrer Produkte und
Applikationen auf nahezu ausschließlich eigenem Quellcode aufbauten,
erlebt die Software-Welt laut Jim Zemlin heute einen Wandel.
Mittlerweile sei es üblich, dass bis zu 80% des Codes für das eigene
Produkt aus Open-Source-Projekt stammen. Nur die restlichen 20% werden
von den Unternehmen selbst bei gesteuert. Während diese Zahlen schwer
einzuordnen sind und eher pauschalisiert wirken, wird jedoch die
Aussage hinter der Aussage sichtbar: Viele Unternehmen geben
Milliarden von Euro für Research & Development aus. Wenn dabei nur
noch 20% der Code-Basis aus dem eigenen Haus stammen, hilft
Open-Source-Software den Unternehmen dabei, sich auf die restlichen
20% zu fokussieren. Geht es nach Jim Zemlin, so beinhalten viele
Produkte die gleiche Code-Basis – nur ein geringer Teil des Codes
macht jedoch den Unterschied zu anderen Produkten aus und bringt dem
Endanwender den Mehrwert, wofür er bezahlt.

Untermauert hat Jim Zemlin diese Aussage mit einer Statistik, wonach
die Top-Ten der größten Technologiefirmen weltweit mehr als 60
Milliarden Dollar im Jahr in die Abteilungen von Research and
Development stecken, wobei sich Microsoft und Samsung mit jeweils
rund 9 Milliarden US-Dollar den ersten Platz in dieser Statistik
teilen. Intel gibt laut der Linux Foundation rund 8,4 Milliarden
US-Dollar aus, während IBM beispielsweise 6,3 Milliarden und Google
immerhin 5,2 Milliarden US-Dollar an die genannten Abteilungen fließen
lassen. Apple nimmt mit geschätzten 2,4 Milliarden US-Dollar den
letzten Platz auf dieser Liste ein.

Entstanden ist dieser Teil der Keynote übrigens aus der Frage heraus,
warum zahlreiche Open-Source-Projekte so erfolgreich sind und so viele
Entwickler, Anwender und Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Antwort
sei ganz simpel – Software bestimmt laut Jim Zemlin den Wert eines
Produkts. Während beispielsweise die meisten Smartphones im
ausgeschaltenen Zustand ähnlich aussehen, zeigt sich erst bei
Benutzung der Unterschied zwischen den Geräten. “Die Software bestimmt
den Mehrwert”, betongt Jim Zemlin nocheinmal am Ende seiner Keynote.