ArcheAge Alpha – Review (German)

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Wer sich neben der Arbeit und den ganzen anderen Hobbies gerne die Zeit mit MMORPGs vertreibt, hat sicherlich WoW (World of Warcraft) gespielt. Seit dem Release des Blizzard-Flagschiffs gibt es in meinen Augen kein anderes MMORPG, welches auch nur ann├Ąhernd an diese Qualit├Ąt und diesen PVE-Content heran kommt, wie man es zu Vanilla- und BC-Zeigen geboten bekommen hat. WoW kann man allerdings nicht f├╝r immer spielen, auch die letzten ├änderungen am Talentsystem und den Raid-Instanzen vergraulen immer mehr eingefleischte Fans.

Ich spiele schon l├Ąnger nicht mehr, habe aber immer wieder andere MMOs (u.a. Rift, Star Wars: The old Republic, Tera online, Elder Scrolls Online, Neverwiter, Kai Online u.v.m.) ausprobiert. Keines konnte jedoch so fesseln, wie es WoW getan hat. Auch “innovative” Combat-Systeme, die sich vom klassischen Tabbing verabschieden, haben nicht genug Frische und Langzeitmotivation geboten.

Mit ArcheAge ist vor einiger Zeit in S├╝dkorea (bzw. auch in Russland) ein MMORPG erschienen, welches zumindest auf den ersten Blick sehr vielversprechend aussieht.

Obwohl ArcheAge wohl nicht allzu viel High-End-PvE-Content bieten wird, spricht das Spiel viele ehemalige WoW Fans an. Klar ist, dass ArcheAge kein “WoW 2” sein wird – die Videos, die mitunter im Netz kursieren, zeigen jedoch ein Produkt mit viel Tiefe, Intelligenz und einem potenziell hohen Suchtfaktor.

ArcheAge wird eventuell Ende 2014 in Europa erscheinen, derzeit befindet es sich “bei uns” noch im Alpha-Stadium. Wer das Spiel schon jetzt ausprobieren m├Âchte, muss sich entweder “irgendwie” einen der begehrten Alpha-Keys ergattern oder im Shop ein teures Archeum-Pack kaufen, welches sofortigen Spielzugang verspricht (http://www.archeagegame.com/de/shop/).

Wer noch etwas Geduld aufbringt, kann sich alternativ f├╝r k├╝nftige Beta-Events registrieren. W├Ąhrend die Alpha jedoch durchg├Ąngig verf├╝gbar ist, wird die ArcheAge Beta nur an ausgesuchten Tagen/Wochenenden statt finden.

Ich halte den Aspekt des “sich Zugriff zur Alpha erkaufen” f├╝r interessant. Klassischerweise erh├Ąlt man kostenfrei Zugriff auf ein Produkt, wenn man es testen soll. Der Hersteller und der Publisher von ArcheAge machen sich jedoch den Hype zu nutzen, der um dieses Spiel herrscht. Viele Spieler haben die Videos und Berichte im Netz gesehen und k├Ânnen – trotz des hohen Preises – vermutlich nicht mehr abwarten; als Folge f├╝llt sich der einzige Alpha-Server mit immer mehr Spielern, die zwar ├╝ber den hohen Preis klagen, ihn aber dennoch gezahlt haben ­čÖé

Die Alpha selbst wirkt sehr stabil, nur wenige Bugs/Problemchen st├Âren das Spielerlebnis. Die Grafik ist sehenswert (CryEngine 3 l├Ąsst gr├╝├čen), das Spiel-Feeling ist sehr gut (!) und der Content sieht, soweit ich das nach ein paar Stunden Spielzeit beurteilen kann, ebenfalls sehr gut aus.

Erstellt man einen Charakter, hat man die Wahl zwischen vier verschiedenen Rassen und zwei verschiedenen Fraktionen. Anschlie├čend spawnt man – wer h├Ątte es gedacht – in einer Low-Level-Zone und macht sich mit der Bedienung des Spiels vertraut. Derzeit fl├╝stert noch eine weibliche koreanische Stimme im Hintergrund, sp├Ąter soll es wohl eine Deutsche sein (schon jetzt ist die Alpha rund 23GB gro├č – wie soll es dann erst sp├Ąter werden?).

Auch die Videos und Zwischensequenzen, die die Story voranbringen soll, werden derzeit noch in Koreanisch erz├Ąhlt, was das Spielerlebnis jedoch kaum tr├╝bt.

Jeder Charakter, unabg├Ąngig von der Klasse, ist mit einem Bogen ausgestattet, mit dem man auch in Bewegung schiessen kann. Durch typische Klassen stehen einem zudem diverse F├Ąhigkeiten zur Verf├╝gung, die – je nach Ziel – Heilung oder Schaden austeilen k├Ânnen.

Schon an dieser Stelle wird klar: Trotz des klassischen Spielprinzips (Tabben, grinden, questen..), machen die Hersteller vieles richtig. Typische Heilerklassen k├Ânnen trotz Heal-Spells Schaden austeilen und Dank des durchdachten Klassensystems stehen zudem gen├╝g F├Ąhigkeiten zur Verf├╝gung, um sich beim Leveln nicht unterkriegen lassen zu m├╝ssen.

Das Leveln selbst ist nicht leicht, aber auch nicht allzu schwer – eine ausgewogene Mischung eben. Schon auf niedriger Stufe kann es passieren, dass ein Mob den Charaktertod herbei f├╝hrt – es heisst also aufpassen und flei├čig Heiltr├Ąnke einkaufen. Wer gerne questet, wird sich ├╝brigens ├╝ber die Pfeilmarkierungen freuen, die sich rund um den Charakter befinden. Alle Quests im Quest-Log sind nummeriert. Die Markierung zu F├╝├čen des eigenen Chars beinhalten f├╝r jedes Quest im Log einen Pfeil, der die entsprechende Nummer tr├Ągt und in die Richtung zeigt, in der das Quest durchgef├╝hrt werden soll. Zudem wird permanent eine transparente Karte mit den Quest-Areas eingeblendet.

Wer sich dann Level f├╝r Level weiter k├Ąmpft, erh├Ąlt permanent Skill-Punkte, die er f├╝r Talente vergeben kann. Bei Level 5 und 10 kann zudem eine weitere Klasse hinzugef├╝gt werden, die ebenfalls ├╝ber eigene Talente verf├╝gt. Hierbei hat der Spieler die volle Freiheit – einen Krieger mit einem Magier kombinieren? Kein Problem! Das klingt ersteinmal gew├Âhnungsbed├╝rftig, ist aber richtig cool umgesetzt.

Die Quests selbst sind ├╝brigens ok und flie├čen halbwegs gut ineinander ├╝ber, so dass die Laufwege nicht zu weit sind. Man hat nie “zu viele Quests” im Log, so dass auch nicht das Gef├╝hl aufkommt “nie fertig zu werden”. So bald alle Quests in einem Gebiet abgeschlossen sind, wird auf das n├Ąchste Gebiet verwiesen. Quests k├Ânnen ├╝brigens “├╝ber-” und “unter-“erf├╝llt werden. Sammelt man beispielsweise mehr Items als angefragt, so erh├Ąlt man mehr EXP. Gibt man hingegen zu wenige Quest-Gegenst├Ąnde ab, erh├Ąlt man zwar die Belohnung, jedoch weniger Erfahrungspunkte. Letzteres d├╝rfte jedoch nicht weiter schlimm sein; EXP erh├Ąlt man fast f├╝r alles, selbst der Abbau von Ressourcen wird mit ein paar Punkten belohnt.

Sch├Ân ist ├╝brigens auch, dass lange Laufwege durch eine allgemeine F├Ąhigkeit verk├╝rzt werden k├Ânnen. Wendet man eine Sprint-├Ąhnliche F├Ąhigkeit an, wird so lange gerannt, bis das Mana aus ist – ideal also, um lange Entfernungen schnell zu ├╝berbr├╝cken.

Wer beim Laufen im Wasser landet, wird ├╝brigens feststellen, dass besonders Fl├╝sse Str├Âmungen aufweisen und einen weg tragen k├Ânnen – ziemlich cool, aber auch eine kleine Herausforderung in Kampfsituationen. Das Wasser selbst ist gut gelungen und taucht man nach einem Aufenthalt unter Wasser wieder auf, flie├čt langsam Wasser von der Kamera herunter (ein sehr sch├Âner ├ťbergang also).

Die Hardware-Anforderungen scheinen, trotz der sch├Ânen Grafik, nicht allzu hoch. Rechner, die vor 3 Jahren gekauft wurden, werden das Spiel noch fl├╝ssig mit vielen Details darstellen k├Ânnen. Es gibt also keinen Grund sich einen neuen Rechner anzuschaffen (es sei denn er ist wirklich uralt).

An dieser Stelle noch ein kurzer Hinweis zu den Quests: Wenn Objekte (wie beispielsweise Sammelobjekte) Teil einer Quest sind, werden selbige mit einem blauen Ausrufezeichen versehen. Damit ist es nahezu unm├Âglich versehentlich daran verbei zu laufen.

Quest-Items und sonstige Interkationen, wie auch “alles looten”, k├Ânnen mit dem Hot-Key “f” durchgef├╝hrt werden, andere Aktionen wiederrum mit “g”. Damit ist es beispielsweise auch m├Âglich, schnell eine Quest abzugeben und die Folge-Quest anzunehmen.

Gelungen sind an dieser Stelle auch die vielen Objekte, die in der Welt herum stehen/liegen und eine Interaktion erlauben. Ich konnte bereits Stra├čenlaternen ausschalten, Kanonen abfeuern oder mich einfach in einem Wirtshaus hinsetzen, als ein Kellner mich gestenreich zum Verbleib eingeladen hatte.

Wer keine Lust auf Interaktion oder irgendetwas anderes hat, darf auch gespannt den Chat lesen. Dort f├Ąllt auf, dass “Juries” ├╝ber Verurteilungen von Spielern abstimmen – ja, ihr habt richtig gelesen. Juries, bestehend aus Spielern, k├Ânnen andere Spieler zum Aufenthalt im Gef├Ąngnis verurteilen. Ich kann jedoch leider nicht sagen, wie das dann aussieht.

Genug der langen Rede – ich will nun noch einige Aspekte des Spiels stichpunktartig ausf├╝hren:

  • Schicke GUI
  • Gutes Teleportationssystem
  • Die Drucktaste l├Ąsst das Spiel abst├╝rzen, Screenshots k├Ânnen dennoch ├╝ber [F9] geschossen werden
  • Community-Manager und GMs auch Sonntags im Alpha-Forum aktiv
  • Wenn der Login-Server down ist, st├╝rtzt das Spiel nach einem Cryengine-Spiel ab ­čÖü
  • Wohl wenig geplanter PvE-Content f├╝rs End-Game
  • Items zeigen beim Mouse-Over Verbesserungen und/oder Verschlechterungen an
  • Berufe m├╝ssen wohl nicht erlernt werden?
  • Ver├Ąnderungen an der UI-Skalierung werden derzeit nicht gespeichert
  • Hier und da kleinere Grafik-Problemchen
  • Viele NPCs und Objekte verteilen gro├čz├╝gig kleinere Buffs
  • Zwischen dem Spiel und dem Desktop Hin- und Her-Tabben problemlos m├Âglich
  • Von Anfang an gro├če Tasche ­čÖé
  • Das Spiel wird wohl free2play
  • Housing und eigene Farms m├Âglich
  • Dynamische Zonen-Events anscheinend vorhanden
  • Ich kann irgendein Instrument spielen (in combat and out of combat), um mich und Verb├╝ndete zu heilen
  • Man kann nicht durch Spielder oder NPCs durch rennen, sondern muss ihnen ausweichen

Insgesamt wirkt das Spiel schon jetzt sehr stimmig und stabil – es ist einfach toll nach all den anderen MMOs wieder ein Spiel zu spielen, welches das “gewisse Etwas” hat. Wem es geht wie mir und seit WoW kein “anst├Ąndiges” MMO mehr gesehen hat, wird hier wom├Âglich seine neue Heimat finden.

 

Ob es sich lohnt, f├╝r das Archaeum-/Founders-Pack so viel Geld auszugeben? Das muss jeder f├╝r sich selbst entscheiden. Das fertige Spiel wird mit rund 45 Euro deutlich g├╝nstiger sein. Wer gerade ein paar Euros ├╝brig hat und ein gutes MMO spielen will, darf das Geld ruhig ausgeben. Man muss sich nur bewusst sein, dass man in ArcheAge kein “neues WoW” finden wird. ┬áOb ArcheAge dem Hype Stand halten und qualitativ auf Augenh├Âhe mit WoW sein wird, muss sich erst noch zeigen. Derzeit deutet jedoch sehr vieles darauf hin.

 

Nachtrag:

Hiermit liefere ich noch einige Screenshots nach. Achtung! Ich spiele derzeit auf mittlerer Detailstufe.

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